Ich hab mir gestern dieses Video von Harry Mack reingezogen und muss echt sagen, dass das, was der da macht, eigentlich gar nicht möglich sein dürfte.
Der Kerl ist Freestyle Rapper aber nicht so einer, der sich vorher ein paar Reime zurechtlegt, sondern der macht alles komplett spontan aus dem Kopf heraus. In dem Clip im Tompkins Square Park sieht man das perfekt, weil er am Anfang vor fast niemandem rappt und dann einfach anfängt, alles einzubauen, was er um sich herum sieht, egal ob das jetzt Leute mit bestimmten Pullovern oder Fahrräder sind.
Das krasse dabei ist eigentlich die mentale Leistung dahinter, weil sein Hirn quasi drei Sachen gleichzeitig macht. Er artikuliert gerade eine Zeile fehlerfrei im Takt, während er im Hintergrund schon die nächsten vier Reime sortiert und gleichzeitig mit den Augen die Umgebung nach neuen Reizen abscannt, um die nächste Pointe vorzubereiten. Das merkt man extrem, als ihm die Leute so schwierige Begriffe wie Ventriloquist zurufen und er daraus nicht nur einen Reim macht, sondern sofort eine Metapher baut, dass er eben keine Marionette der Industrie ist.
Er verliert dabei nie den Rhythmus, egal wie komplex die Wörter werden, und was ich auch stark finde, ist diese extrem positive Energie. Er disst niemanden, sondern nutzt dieses Talent eigentlich nur, um die Leute zu flashen und eine gute Zeit zu verbreiten. Für mich ist das kein normaler Rap mehr, sondern eher kognitiver Hochleistungssport, den man so kein zweites Mal findet.